- Schwäbische ZeitungWohnen und Bauen
Wohnen+ möchte mehr bieten als nur Wohnraum

24. August 2016

sz_wangen_kellerIm Juli gehen Erba-Häuser auf den Markt – Bestes Konzept erhält Zuschlag

WANGEN – „Gemeinsam statt einsam“ – So lautet der Leitspruch der Genossenschaft Wohnen+. Theo Keller ist einer der Initiatoren des generationsübergreifenden und integrativen Wohnprojektes, das die alten Häuser auf dem Erba-Gelände für diesen Zweck sanieren möchte.

Wohnen+ möchte die Vorteile einer Genossenschaft mit den Vorzügen eines gemeinschaftlich orientierten, selbstverwalteten, ökologischen, günstigen und unkündbaren Wohnens verbinden. Keller erklärt: „Bei uns sollen die Mitglieder nicht nur eine Wohnung haben, sondern auch ein soziales Umfeld, in dem man miteinander lebt. Dazu gehören auch Gemeinschaftsräume, Besucherwohnungen für Gäste, gemeinsame Gärten, Einrichtungen des täglichen Bedarfs, und vielleicht reicht es sogar für ein Bistro auf dem Gelände.“

Die Genossenschaft denkt bezüglich der Bewohner langfristig. Keller erläutert ein Beispiel: „Ein Junglehrer zieht bei uns in eine Zweizimmer-Wohnung, lernt eine Frau kennen, gründet eine Familie und zieht dann in eine Vierzimmer-Wohnung innerhalb des gleichen Gebäudes. Später, wenn die Kinder ausgezogen sind, zieht das Paar wieder zurück in eine kleinere Wohnung. So bleibt das soziale Umfeld und sogar die Adresse erhalten.“

Auch an Ideen für das Zusammenleben mangelt es den Genossenschaftsmitgliedern also nicht. Derzeit ist eher der noch fehlende Kapitalstock das Problem. Die noch junge
Genossenschaft – gegründet wurde sie im Frühjahr 2014 – habe natürlich noch kein erwirtschaftetes Kapital, auf das sie zurückgreifen könne, so Keller.

Kapital wird derzeit gesammelt
Derzeit ist die Genossenschaft dabei, Kapital zu sammeln, den diesen Sommer werden die zu erhaltenden Gebäude auf dem Erba-Areal ausgeschrieben, und Interessenten können sich für die Objekte bewerben. Miriam Engemann, Stadtplanerin bei der Stadt Wangen, erläutert die Kriterien zur Vergabe: „Nicht wer am meisten bietet bekommt den Zuschlag, sondern wer das beste Konzept abgibt. Wir wollen für das gesamte Gelände ein Konzept, bei dem Wohnen, Arbeiten und Kultur verbunden werden.“ Keller ist zuversichtlich: „Ich glaube, dass unser Konzept stark genug sein wird.“

Dem Wangener Wohnungsmarkt würde mehr Genossenschaftliches wohnen gut tun, ist er überzeugt. „Es beruhigt den Markt.“ Als Beispiel nennt er München. Dort würden Genossenschaftswohnungen einen Teil des Wohnbedarfes mit bezahlbaren Wohnungen abdecken, Wohnungen die somit nicht auf dem freien Markt landen. Keller: „Ohne Genossenschaftswohnungen wäre der Immobilienmarkt in München noch teurer.“ Dazu komme so Keller, dass Genossenschaften eine sehr stabile Geschäftsform seien. Nur 0,02% aller Wohngenossenschaften gingen insolvent.

Von Lucie Wölfle und Luisa Nikolla

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