- Rhein-Hunsrück ZeitungVerkehrspolitik
Jugendliche brauchen bessere Busanbindungen

19. Januar 2015

david SindhuVerkehr  – Ländliche Infrastruktur hat viele Mängel

„Nach wie vor sind Jugendliche immer noch auf ihre Eltern in Sachen Mobilität angewiesen“, findet David Sindhu, der Leiter des Jugendzentrums „Am Zug“, da im Hunsrück die Busverbindungen unzureichend sind. In vielen Dörfern fahren nur zu Schulzwecken Busse, und am Wochenende gibt es sowieso keinen einzigen Bus. Was sollen sie nun machen, wenn sie mit ihren Freunden ausgehen wollen? Im Kirchberger Jugendzentrum kennt der Sozialpädagoge David Sindhu dieses Problem. Jugendliche, welche im Jugendzentrum ,,chillen” und nicht abgeholt werden können, müssen sich die Frage stellen, wie sie nach Hause kommen.

Das geschieht vor allem abends, und die Busverbindungen am Abend sind noch schlechter als tagsüber, beispielsweise fährt der letzte Bus von Kirchberg nach Simmern um 19.13 Uhr. In den meisten Orten fahren die letzten Busse um 16 Uhr, deshalb sind die Jugendlichen auf ihre Eltern angewiesen. Und wenn diese nicht können, wird das zum Problem. Im Fall des Jugendzentrums hilft dort David Sindhu aus und bringt zur Not die letzten Nachzügler nach Hause, wenn diese keine andere Möglichkeit haben, nach Hause zu kommen.

Aber nicht überall gibt es jemanden, der in solchen Situationen aushilft. Was dann? Natürlich gilt hier auch das Prinzip „alle Kraft in Beziehungen”, dass man mit anderen Fahrgemeinschaften bilden kann. Aber manchmal ist auch das nicht möglich, oder es ist zu kompliziert, alles zu organisieren. Und wenn man wirklich ohne Fahrgelegenheit irgendwo feststeckt, dann kann man aus manchen schmerzlichen Erfahrungen so manche Lehre ziehen und kümmert sich beim nächsten Mal vorher um eine Mitfahrgelegenheit.

Dave, der so von allen Jugendlichen im Jugendzentrum genannt wird, geht mit seiner lockeren Art liebevoll mit den Jugendlichen um und ist jederzeit bereit, ihnen zu helfen. Er setzt die Ideen der Jugendlichen um und veranstaltet Sitzungen mit dem Jugendparlament, um über ernstere Themen zu sprechen. Dave wird von den Jugendlichen respektiert, und sie schätzen ihn sehr – für einige ist er eine Art Vaterfigur, da er sich ihrer Sorgen annehmen kann und ihnen immer mit Rat zu Seite steht.

Der Hunsrück gehört laut Dave zu den besser ausgebauten ländlichen Regionen. Zum Beispiel sorgt die B50 für eine gute verkehrstechnische Anbindung an die A61 und damit für eine gute Verbindung zu größeren Städten wie Koblenz oder Mainz. Er könne aber auch ohne Auto, denn auch mit den Bussen könnte man sich, sagt Dave, zur Not mit ein wenig Organisationstalent auf dem Hunsrück fortbewegen. Um zu erreichen, dass man speziell als Jugendlicher im Hunsrück – auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln – unabhängiger gegenüber den Eltern ist, kämpft David Sindhu als Stadtrat von Kirchberg und lässt bei seinen Entscheidungen immer die Meinungen Jugendlicher einfließen.

Immer positiv eingestellt nach dem Motto: „Es lohnt sich, nach den Sternen zu greifen, denn irgendwann kommt etwas zurück.” Und auch wenn manche Vorhaben erst einmal unerreichbar scheinen, sollte man trotzdem versuchen, sie zu verwirklichen.

Dieser Beitrag wurde unter + pressespiegel, - Rhein-Hunsrück Zeitung, Verkehrspolitik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.