- Evang. Funkagentur- Nürnberger Zeitung
Das letzte Wort hat immer das Gesetz

18. März 2019

angela-kraus-foto.1024x1024Richtig oder falsch – das Gesetz ist nicht immer eindeutig. Was das für den Alltag einer Juristin bedeutet, erzählt Angela Kraus der

NZ. Die 28-Jährige arbeitet als Rechtsanwältin bei der Kanzlei Rödl & Partner.

NZ: Was bedeutet für Sie Aufrichtigkeit?

Angela Kraus: Juristisch gesehen bedeutet Aufrichtigkeit für mich, sich an die Gesetze zu halten und offen damit umzugehen. Man darf jedes Verhalten hinterfragen, aber man muss sich an die Regeln halten. Dies ist wichtig, damit unsere Gesellschaft funktioniert.

NZ: Warum sind die Gesetze verschiedenauslegbar ?

Kraus: Gesetze sind geschaffen, um möglichst viele Sachverhalte abzudecken. Es ist nicht möglich, jeden Einzelfall zu regeln. Es bleibt immer ein Interpretationsspielraum, welchen man natürlich in die Richtung seines Mandanten auszulegen versucht, wenn es möglich ist. Aber manchmal ist dies einfach nur beschränkt, bis gar nicht möglich.

NZ: Inwiefern kann man als Jurist Begehrlichkeit fördern beziehungsweise helfen, diese durchzusetzen?
Kraus: Das geht immer nur im Rahmen des rechtlich Zulässigen. Wenn man diesen verlässt, wird es sehr schwer. Man ist stets seinem Mandanten verpflichtet, aber muss diesem auch sagen, wenn etwas rechtlich nicht gedeckt ist. Denn als Anwalt bin ich auch dem Recht verpflichtet und in diesem Spannungsfeld bewege ich mich.

NZ: Fällt es Ihnen manchmal schwer, unparteiisch zu sein?

Kraus: Als Anwalt ist man nie komplett unparteiisch, da man immer seinem Mandanten verpflichtet ist. Es ist meine Pflicht als Anwältin, ihn objektiv auf alles hinzuweisen, was nicht in seinem Interesse ist. Im Endeffekt ist man auf der Seite des Mandanten und erfüllt dessen Wünsche im Rahmen des Gesetzes.

Fragen: Ubeyd Kaya, Carlotta Merz und Nils Bolinsky

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