Archiv der Kategorie: – Nürnberger Zeitung

Medienpartner im Rahmen aller Projektwochen in Nürnberg. Verantwortliche Redakteurin: Ella Schindler

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Physiker berät Nürnberger Haushalte in Energiefragen

heizenKlaus Kretzschmar ist Energieberater. Der 53-Jährige berät seit 2012 Familien mit geringem Einkommen, wie sie auf einfache Art Strom und Heizkosten sparen können. Das „Energiesparprojekt“ ist ein kostenloses Angebot des Sozialamts Nürnberg und gilt als Vorreiter in ganz Deutschland.
„Ich bin Physiker und habe zwanzig Jahre in einem Ingenieurbüro gearbeitet. Währenddessen habe ich eine Ausbildung zum Energieberater absolviert. Vor sechs Jahren habe ich mich mit diesem Beruf selbstständig gemacht. Das „Energiesparprojekt der Stadt Nürnberg“ gibt es seit 2008, ich bin seit 2012 dabei. Sozialhilfeempfänger bekommen einen festgelegten Betrag für Strom und Heizkosten. Doch in manchen Fällen reicht das Geld nicht aus. Dann schickt das Sozialamt mich, um den Menschen zu helfen.

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Kunst – eine Entscheidung

kreuz2Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Dieser Spruch von Karl Valentin trifft sicher auf jedem künstlerisch tätigen Menschen zu. Doch wie steht es um diejenigen, die mit ihrer Kunst einen beruflichen Weg einschlugen? Was hat sie getragen, um die vielen damit verbundenen Hürden zu nehmen und Ängste zu überwinden? Gab es ein Ereignis im Leben unserer Talkgäste, das ausschlaggebend für diese berufliche Entscheidung gewesen ist? War es für sie eine leichte oder schwere Entscheidung? Ist der künstlerische Akteur der viele schmerzhafte Konsequenzen auf sich nimmt am Ende doch nur ein Mythos aus der Romantik, der Kulturbetrieb durchlässiger als im Dreigroschenroman?

Theater- und Redaktionsluft schnuppern und Einblicke ins Künstlerdasein bekommen: Das tun 16 Jugendliche beim Projekt „Druckerschwärze“. Medienpartner ist die Nürnberger Zeitung. Die Ergebnisse sind im Rahmen des Theaterfestivals „Lichtblicke“ zu sehen und auf einer Themenseite in der Zeitung. Die Nürnberger Zeitung erhielt von der Festivaljury einen Innovationspreis für das unkonventionelle Format, und den Dialog zwischen den Generationen.

In diesem Jahr beschäftigten sich Jugendliche eine Woche lang mit dem Thema „Kunst – eine Entscheidung“. Das dabei entstandene Stück wird beim „Lichtblicke“ Festival Nürnberg im Gostner Hoftheater aufgeführt. Leitung des Theaterprojekts: Jean-François Drozak
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Chancen im Leben sehen und ergreifen

_MG_7114Künstler sein oder doch einem bürgerlichen Beruf nachgehen? Musa Karaalioglu (59) hat für sich einen Kompromiss gefunden. Der Leiter des Kulturladens Ziegelstein steht auch immer wieder als Schauspieler vor der Kamera. In meiner Lebenslaufbahn gab es viele Zufälle und Begegnungen, die meinen Weg beeinflusst haben. Ich habe mich schon von klein auf für Kultur, Kunst und Musik interessiert. Daher ist es kein Zufall, dass ich hauptberuflich im kulturellen Bereich, im Kulturladen Ziegelstein in Nürnberg, tätig bin.

Gewisse Sicherheit spielt eine große Rolle. Aber ich habe auch die Möglichkeit, mich im künstlerischen Bereich auszuleben. Im Nebenberuf bin ich Schauspieler. Das war mein Kompromiss. Man trifft selten Künstler mit einer großen, erfolgreichen Karriere und mit festem Einkommen. Es müssen viele verschiedene Faktoren zusammenspielen, damit man als Künstler groß herauskommt. Für mich ist es optimal und ich bin glücklich, aber ich würde auch gerne nur Schauspieler sein wollen und davon leben können. Bisher hat es geklappt, beides zu verbinden, weil mein Arbeitgeber sehr tolerant ist und mich unterstützt. Inzwischen habe ich bereits 23 Rollen gespielt.

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Man darf nie zu ruhig vor Auftritten sein

MusikPaulo Arantes hat das geschafft, wovon viele Musiker träumen. Der 58-Jährige spielt seit 26 Jahren bei der Staatsphilharmonie Nürnberg Oboe. Über seinen Weg dorthin und den Alltag als Musiker spricht er im NZ-Interview.

NZ: Wann haben Sie denn angefangen, Oboe zu spielen?

Paulo Arantes: Oboe zu spielen, habe ich begonnen, als ich 16 war, davor habe ich Flöte gespielt. Der Zufall entschied, dass ich Oboe spiele, damals gab es in Brasilien eine kostenlose Musikschule, aber nur für bestimmte Instrumente, die dort weniger populär waren. So kam ich zur Oboe.

NZ: Was hielt Ihre Familie davon, dass Sie Musiker werden wollten?

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Mit Geduld konnte ein Traum Wirklichkeit werden

_MG_7120Sie hat sich dazu entschieden, ihr normales Leben hinter sich zu lassen und den Schritt zum Künstlerdasein zu wagen. Heute leitet die 47-jährige Christina Bauereiß ihre eigene Tanz- und Ballettschule. „Du wirst einmal Kunstmalerin.“ Das waren die Worte meiner Mutter, die sieben Instrumente spielt und deren künstlerische Ader ich erbte. Mein Traum war es bereits im Kindesalter, mich in meinem weiteren Leben der Kunst zu widmen. Den Weg der Kunstmalerei verfolgte ich jedoch nicht, da der Bewegungsdrang größer war. Ich tanzte.

Mein Geld verdiente ich unter anderem als Requisiteurin im Staatstheater Nürnberg. Doch die Liebe zur Kunst brachte mich irgendwann auf eine andere Spur. Heute bin ich selbstständig und freiberuflich tätig. Ich leite eine Schule für Tanzkünste. Sie heißt „The walk of fame“, zu Deutsch „Der Weg zum Ruhm“. Ich glaube, dass jeder seinen individuellen Weg zum Erfolg hat. Ich wollte mir zuerst genügend Erfahrung aneignen, bevor ich eine Tanzschule eröffne. Außerdem muss man alles genau planen. Verwaltung und Wirtschaft sind feste Bestandteile, auf denen die Selbstständigkeit aufbaut. Allein die Fähigkeit, gut tanzen zu können, genügt nicht. Des Weiteren ist die heutige Zeit nicht mit der früheren vergleichbar. Als Kind hätte ich es mir keinesfalls erträumen können, eine Tanzkunst zu studieren. Während meiner Schulzeit war es einmalig, etwas Schauspielerisches oder Tänzerisches einzustudieren, so einmalig, dass ich die Schritte heute noch beherrsche.
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Künstler ist kein Beruf, sondern ein Lebensstil

franBilder kann man bei Ikea kaufen, aber das ist keine Kunst, das ist Dekoration. Kunst bedeutet Gefühle, die nur ein Künstler produzieren kann“, sagt Francesco Ferrante. Seit drei Jahren ist er „radikaler Künstler“. Er hat im Call Center gearbeitet, er war Bühnenbildner und ist jetzt frei: „Das Schönste an meinem Beruf ist, dass ich keine Grenzen habe–meine Fantasie ist total frei.“ Ferrante war in Italien auf einem Mathematikgymnasium.

Mit 18 Jahren beschloss er, Künstler werden zu wollen, aber sein Vater war dagegen. „Er wollte, dass ich in der Apotheke meiner Tante arbeite, ein fester Beruf, bei dem ich viel Geld verdiene.“ Vater und Sohn einigten sich auf einen Kompromiss. Als Basis für einen kreativen Beruf machte Ferrante eine Ausbildung zum Bühnenbildner.
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Lösungsstrategien unter Zeitdruck

tafelSind in ihrem Arbeitsumfeld Handlungskonzepte sinnvoll, um im Krisenfall oder Schaden abzuwenden? Sind solche geplante Vorkehrungen nur eine Beruhigungspille bis zum Ernstfall, und macht es überhaupt Sinn sich Gedanken um den „worst case“ zu machen? Braucht es den Helden in der Krise oder doch eher das gut funktionierende Team? Was halten unsere Experten von Stresstests in ihrem Arbeitsfeld? Handelt man am Ende doch nur aus dem Bauch heraus, der Intuition?

Ob in einem Unternehmen oder in einer Familie: Wie bewältigt man eine Krise? 16 Jugendliche recherchieren.  Den Rahmen dazu bietet ihnen das Zeitungs- und Theaterprojekt „Druckerschwärze“ des Nürnberger Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak und der NZ.  Im Rahmen einer Projektwoche sprechen die Jugendlichen mit verschiedenen Experten, entwickeln Theaterszenen und schreiben Artikel. Was dabei herauskommt, konnten Interessierte in einem Theaterstück sehen und in der NZ lesen.
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Eine bewältigte Kreise stärkt

Foto-Frau-Adam-DruckerschwärzeWenn der Berg an Problemen drückt und die Lösung nicht in Sicht ist, sind kompetente Unterstützer besonders wichtig. Hier beginnt der Einsatz von Brunhilde Adam. Die 41-jährige Sozialpädagogin arbeitet beim Allgemeinen Sozialdienst der Stadt Nürnberg (ASD) und hilft Familien, auch aus krisenhaften Situationen herauszukommen.

NZ: Frau Adam, zwischen welchen Formen von Krisen unterscheiden Sie?

Brunhilde  Adam: Zum einen gibt es akute Krisen: Wenn uns zum Beispiel die Polizei oder die Schule anruft, dass die Kinder gefährdet sind oder Eltern mit schweren Krankheiten Unterstützung brauchen. Zum anderen chronische Krisen: Wenn etwa ein Kind über einen längeren Zeitraum im Unterricht auffällig ist, die Hausaufgaben vergisst oder öfter zu spät kommt und die Lehrerin sich Sorgen um das Wohl des Kindes macht.

NZ: Wie reagieren die Menschen in Krisen?

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Seismograph in der Wirtschaftskrise

pilkenrothWenig Aufträge, keine Kredite: Damit mussten viele Unternehmen in Deutschland während der Wirtschafts und Finanzkrise im Jahr 2008 fertig werden. Gerade Zeitarbeitsfirmen bemerken solche Entwicklungen bei ihren Kunden sehr früh. Malgorzata Pilkenroth vom Personaldienstleister Hofmann in Nürnberg erzählt, warum.

NZ: Woran merken Sie, dass sich in der Wirtschaft eine Krise anbahnt?

Malgorzata Pilkenroth: Wir merken es, wenn an vielen verschiedenen Standorten von Unterschiedlichen Kunden mehr Mitarbeiter abgemeldet werden als üblich. Wenn es einem Unternehmen nicht gut geht, wird zunächst das Zeitpersonal abgebaut. Wir wissen so als Ersten, welche Branche gerade in Schwierigkeiten geraten könnte. Dann können wir uns schnell nach einer Alternative für unsere Mitarbeiter umschauen.

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Plan B in der Schublade

FröhlichIn einem Unternehmen läuft nicht immer alles wie gewünscht. Im Gegensatz zu persönlichen Lebenskrisen, gibt es hier für Notfälle aber ganz genaue Ablaufpläne, an die sich jeder Mitarbeiter halten muss. Bernhard Fröhlich ist Betriebsleiter beim Lebensmittelhersteller Eisblümerl in Happurg-Thalheim und erklärt, wie sich sein Unternehmen auf schwierige Situationen vorbereitet.

„Wir sind ein Bio-Betrieb. Wir verwenden Nüsse und Saaten, die nicht mit Kunstdünger und Pestiziden behandelt wurden. Wir sind ein Handwerksbetrieb, bei uns gibt es auch keine Fließbänder. Denn solange der Mensch nicht vom Fließband kommt, sollte sein Essen auch nicht vom Fließband kommen, finde ich.

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